The future is female: Warum wir die Klimakrise nur mit Feminismus bewältigen können

von Ina Raterink

Im Som­mer 2018 war es wochen­lang so heiß, dass das Leben nur noch ab Son­nenun­ter­gang stat­tfand. Doch obwohl ich meine Lei­den­schaft für kalten Rosé inten­sivieren kon­nte, verän­derte sich meine Beziehung zur schön­sten aller Jahreszeit­en. Über­all vertrock­nete Bäume. Die Wiesen im Park ver­bran­nt – das tote Gras knis­terte unter den Füßen. Die Bürger*innen wur­den dazu aufgerufen die Bäume in ihrer Straße zu gießen. Die Stadt war nicht mehr grün und lebendig. Die Stadt war vor meinen Augen gestor­ben. Nie­mand kon­nte daran etwas ändern. Manch­mal sah man den Rauch oder roch ihn. Bran­den­burg bran­nte. Im Ems­land bran­nte das Moor nach ein­er Übung der Bun­deswehr für Wochen und 500.000 Ton­nen des seit Jahrtausenden gespe­icherten CO2s wur­den freige­set­zt. Sog­ar Schwe­den bran­nte. Südeu­ropa sowieso. In dem Som­mer wurde mir klar: Der Kli­mawan­del find­et statt. Direkt hier in diesem Moment. Direkt unter meinen Füßen und über meinem Kopf und er ist die größte Krise und die aller­schlimm­ste Bedro­hung, die uns jemals wider­fahren wird.

Ich weiß, dass Wet­ter und Kli­ma unter­schiedliche Dinge sind. Nur weil ein Som­mer heißer ist als son­st, ist das noch nicht unbe­d­ingt ein Zeichen vom Kli­mawan­del. Doch so falsch war mein erster Panik-Impuls gar nicht. Inzwis­chen sind sich die meis­ten Kli­maforsch­er einig, dass die anhal­tende Hitze und die Dürre bere­its reale Fol­gen des men­schengemacht­en Kli­mawan­dels waren und nach wie vor sind. Für umfan­gre­iche natur­wis­senschaftliche Erk­lärun­gen rund um das The­ma empfehle ich das Buch „Kleine Gase – große Wirkung“.

Für mich man­i­festierte sich der Kli­mawan­del zu ein­er Krise, die greif­bar wurde und der wir alle nicht nur schut­z­los aus­geliefert sind. Wir ren­nen der Katas­tro­phe Hand in Hand mit unserem Wohl­stand ent­ge­gen. Ich sehe Män­ner in Führungspo­si­tio­nen, die da nichts zu suchen haben. Seit 2017 sitzt ein völ­lig Irrer in der höch­sten Macht­po­si­tion dieser Welt und die Wahrschein­lichkeit, dass er wiedergewählt wird, ist hoch. Er ist ein sex­is­tis­ch­er Kli­mawan­delleugn­er mit Stolz, ver­wech­selt regelmäßig Kli­ma mit dem Wet­ter und baut lei­den­schaftlich gerne Mauern. Welch Ironie, dass aus­gerech­net diese Mauer einem Wind­stoß nicht stand­hal­ten kon­nte. Seit 2019 sitzt ein ähn­lich Irrer in Brasilien an der Macht und treibt den Unter­gang des Ama­zonas-Regen­waldes voran, während dieser sowieso schon in einem nie gekan­nten Aus­maß brennt.

Photo_by_Markus_Spiske_on_Unsplash© Markus Spiske / Unsplash

Das Fatale ist, dass die Kli­makrise vor allem die trifft, die ohne­hin schon benachteiligt sind. Wir reden jet­zt erst davon, während in anderen Teilen der Erde schon längst Land unter ist. Eine Folge der Erder­wär­mung ist die Häu­fung von Naturkatas­tro­phen und die sind längst real. Ich habe bish­er nur von west­lichen Staat­en gere­det und füh­le mich beun­ruhigt, weil Berlin vertrock­net. Doch ich kann mich zurück­lehnen, gekühlte Getränke trinken und den Ven­ti­la­tor laufen lassen. Ich erlebe die geschönte Luxus­vari­ante der weit ent­fer­n­ten Katas­tro­phe. Die Kli­makrise trifft uns, die Verursacher*innen in den Wohl­standsstaat­en, noch nicht wirk­lich. Die Fol­gen der Naturkatas­tro­phen müssen vor allem diejeni­gen tra­gen, die von Armut betrof­fen sind. Die Lei­d­tra­gen­den sind Frauen*, Indi­gene und Kinder. Ins­beson­dere sind ländliche Regio­nen des glob­alen Südens betroffen.

Dass Naturkatas­tro­phen nach Geschlecht unter­schei­den, zeigt eine Unter­suchung des Tsunamis  in Südostasien am 26.12.2004. Der Tsuna­mi trat nach einem Erd­beben im Indis­chen Ozean auf. Etwa 230 000 Men­schen star­ben. Unter den Todes­opfern befan­den sich vier Mal mehr Frauen als Män­ner. Die Gründe sind dabei so klas­sisch, wie sie tragisch sind: Viele Frauen hiel­ten sich zu Hause auf, wur­den zu spät gewarnt und waren für Fam­i­lien­mit­glieder ver­ant­wortlich. Zudem tru­gen die meis­ten tra­di­tionelle, lange Klei­dung, die sie an ihrer Flucht hin­derte. An diesem Beispiel wird auf erschreck­ende Weise deut­lich, wie wichtig die Gle­ich­stel­lung aller Geschlechter ist.

Frauen im glob­alen Süden haben oft­mals nur einen gerin­gen sozialen Sta­tus und weniger Möglichkeit­en poli­tis­che oder wirtschaftliche Macht auszuüben. Das bedeutet konkret: Frauen leben häu­figer in Armut, haben weniger Zugang zu Bil­dung, besitzen weniger und arbeit­en öfter in der Land­wirtschaft sowie im Haushalt und küm­mern sich um die Fam­i­lie. All dem fol­gt ein ganz­er Rat­ten­schwanz an Benachteili­gun­gen, die sich mit dem Kli­mawan­del nur noch poten­zieren. Ist eine Dürre die Folge der Kli­makrise, bet­rifft es zuerst die Frau, die sich um die land­wirtschaftlichen Erträge küm­mert. Sie muss dafür sor­gen, dass es keine Ern­teaus­fälle gibt, weit­ere Wege zum Wass­er in Kauf nehmen, um die Exis­tenz ihrer Fam­i­lie zu sich­ern. Nimmt der Regen zu, ist eine unweiger­liche Folge eine Zunahme an Malar­i­ain­fek­tio­nen. Wer also küm­mert sich daraufhin um all die Kranken? Selb­stver­ständlich die Frau in ihrer gesellschaftlich klas­sisch geprägten Rolle der müt­ter­lichen Fürsorgerin.
Die Kli­makrise ver­schärft Diskri­m­inierun­gen auf allen Ebe­nen. Nicht nur Gen­der spielt eine Rolle, auch Eth­nie, sex­uelle Ori­en­tierung und Alter sind Zielscheibe gröb­ster glob­aler Diffamierung.
Der Kli­mawan­del ist kein Prob­lem, das man auss­chließlich natur­wis­senschaftlich betra­cht­en kann. Vielmehr ist er ein poli­tis­ches und ethis­ches Desaster, das glob­al Men­schen­rechte verletzt.

Doch wie wird ein Wandel möglich?

Alles muss sich ändern. Es reicht nicht, wenn in Zukun­ft ein paar Elek­troau­tos auf den Straßen fahren oder jede*r ein­mal die Woche auf Fleisch verzichtet. Es muss eine fun­da­men­tale Änderung unser­er Gesellschaft stat­tfind­en. Dabei geht es vor allem um die Frage nach struk­turellen Gegeben­heit­en, Macht und der Hin­ter­fra­gung unseres Sys­tems. Der Kap­i­tal­is­mus hat ver­sagt. Schließlich beruht er auf dem Ursprung allen Übels: Kon­sum und Gewin­n­max­imierung. Diese staatliche Legit­i­ma­tion der Maßlosigkeit beutet nicht nur unsere Erde aus. Sie beutet alle aus, die nicht von der All­t­ag gewor­de­nen Kon­sumübertrei­bung profitieren.
Doch das kap­i­tal­is­tis­che Sys­tem ist nur ein Auswuchs eines älteren Phänomens: dem Patri­ar­chat. Die patri­ar­chalen Struk­turen funk­tion­ieren über Hier­ar­chien, die Ungle­ich­heit­en forcieren und auf Unter­drück­ung und end­los­er Aus­beu­tung basieren. Die hier­ar­chis­chen Struk­turen for­men eine Gesellschaft, in der jede*r sich selb­st der*die näch­ste ist: Es geht in nahezu allen Lebens­bere­ichen darum, im Sys­tem aufzusteigen und zu gewin­nen. Immer mehr, immer schneller, immer weit­er und vor allem: Immer bess­er als die anderen. Bere­its in der Schule wer­den Kinder inten­siv auf ein Leben im großen Wet­tkampf vor­bere­it­et. Von Geschlechterg­erechtigkeit wird dabei zwar viel gesprochen, sie existiert fak­tisch jedoch auch hier nicht. Der The­o­rie nach leben wir in einem demokratis­chen Sozial­staat. Die Real­ität zeigt, dass wir unser Wirtschaftssys­tem wie eine Reli­gion unan­tast­bar über all unsere Wertvorstel­lun­gen stellen. Dieses Para­dox­um eines religiösen Fanatismus zer­stört die let­zten Ressourcen unseres Leben­sraums und führt im Kampf um den Auf­stieg in der Hier­ar­chie zur Man­i­festierung beste­hen­der Ungleichheiten.

Photo_by_Miguel_Bruna_on_Unsplash© Miguel Bruna / Unsplash

Die Klimakrise ist eine Geschlechterkrise

Frauen sind seit jeher von Unter­drück­ung und Ungerechtigkeit­en betrof­fen. Laut UN ist die Gefahr für Frauen, von den Fol­gen des Kli­mawan­dels betrof­fen zu wer­den, bis zu 14-mal höher. Dabei tra­gen ger­ade auf­grund ihres schlechteren sozialen Sta­tus die Frauen viel weniger zum Kli­mawan­del bei. Ihr Pro-Kopf-Anteil vom CO2-Ausstoß liegt weltweit niedriger als der von Män­nern. In reichen Län­dern ist der ökol­o­gis­che Fußab­druck von Män­nern rund ein Vier­tel höher als der von Frauen. Män­ner ver­brauchen mehr Strom, fahren mehr Auto und essen mehr Fleisch. Ein Haupt­grund dafür? Sie ver­di­enen mehr Geld und kön­nen sich den ver­schwen­derischen Lebensstil schlichtweg leis­ten. Das ganze Wirtschaftssys­tem wird darüber hin­aus über­wiegend von Män­nern betrieben. Die Macht­po­si­tio­nen haben Män­ner inne, die dieses Sys­tem vorantreiben und davon prof­i­tieren. Frauen haben sowohl in der Wirtschaft als auch in der Poli­tik viel weniger zu sagen. Sie tauchen ein­fach viel zu wenig auf und kön­nen nicht zu Entschei­dun­gen beitra­gen. Die Schuld ein­fach nur den Män­nern in die Schuhe zu schieben ist trotz­dem falsch. Wie die Jour­nal­istin Nora Bouaz­zouni sagt: „Das Prob­lem ist: Was das Patri­ar­chat aus den Män­nern macht.“ Es ist das patri­ar­chale Sys­tem, das auch Män­ner in eine bes­timmte Rolle drängt.

Ist die Klimakrise eine Frage des Privaten?

Wir sind jet­zt an einem Punkt, an dem es große poli­tis­che Entschei­dun­gen braucht. Trotz­dem wird der Kli­mawan­del immer noch zu ein­er Frage des Pri­vat­en gemacht. Jede*r soll sich indi­vidu­ell um seinen CO2-Fußab­druck küm­mern und sich bitte schä­men, wenn statt Bahn das 80 Prozent bil­ligere Flugzeug genom­men wird. In dem Zusam­men­hang spielt schon wieder das klas­sis­che Bild der Frau eine große Rolle. Es ist größ­ten­teils immer noch ihre Auf­gabe, das Leben ihrer Fam­i­lie zu organ­isieren. Die Frauen sind es, die sich im Pri­vat­en um die Umwelt küm­mern. Sie sind es, die auf Plas­tik verzicht­en, ihr Deo selb­st her­stellen oder veg­e­tarisch leben. Wie immer schon küm­mern sich die Frauen auch hier um die Organ­i­sa­tion des umwelt­be­wussten Lebensstils. Neben­bei erziehen sie auch in Deutsch­land noch über­wiegend die Kinder, schmeißen den Haushalt und gehen arbeit­en. Wer darüber hin­aus noch Kraft hat, set­zt sich vielle­icht für Fem­i­nis­mus ein oder gegen häus­liche Gewalt oder gegen das Gen­der Pay Gap oder für das Recht auf Abtrei­bung oder macht ein­fach auch mal gar nichts. Dass die Kli­makrise zu einem pri­vat­en The­ma gemacht wird, ist genau­so prob­lema­tisch, wie es symp­to­ma­tisch ist. Unter keinen Umstän­den lässt sich diese Krise mit pri­vat­en Mit­teln lösen. Und unter keinen Umstän­den ist der Wider­spruch eines „grü­nen“ Kap­i­tal­is­mus real­isier­bar. Doch welche Wirtschafts- und Lebens­form wäre mach­bar? Wie kön­nen wir eine Gesellschaft erschaf­fen, die ohne Aus­beu­tung funktioniert?

Ökofeminismus – eine Bewegung mit Zukunft?

Der Ökofem­i­nis­mus stellt sich genau diese Fra­gen und ist gle­ichzeit­ig gekennze­ich­net von ein­er radikalen Hal­tung gegen den Kap­i­tal­is­mus. Die Pro­fes­sorin der Philoso­phie Jeanne Bur­gart Goutal hat sich in vie­len Unter­suchun­gen und Stu­di­en mit der The­matik auseinan­derge­set­zt. Sie beschreibt den Ansatz von Ökofem­i­nis­mus fol­gen­der­maßen: „Der Fem­i­nis­mus hat erkan­nt, dass er den Her­aus­forderun­gen, die auf uns zukom­men, nur gewach­sen ist, wenn er durch einen ökol­o­gis­chen Blick­winkel ergänzt wird.“ Es beste­he ein enger Zusam­men­hang zwis­chen Ökolo­gie und Fem­i­nis­mus, denn es sei ein und der­selbe Kampf, der lediglich unter­schiedliche For­men annehme. Im Ökofem­i­nis­mus geht man davon aus, dass die Aus­beu­tung der Frau genau­so funk­tion­iert wie die Aus­beu­tung der Erde. Dieses Prinzip der Aus­beu­tung ist sowohl im Patri­ar­chat als auch im Kap­i­tal­is­mus sehr präsent und dage­gen ste­hen die Ökofeminist*innen ein. Sie fordern einen radikalen Wan­del und posi­tion­ieren sich glob­al­isierungskri­tisch und antikap­i­tal­is­tisch. Doch radikale Ansicht­en machen vie­len Men­schen Angst und stoßen auf große Abwehr. Was genau dieser radikale Wan­del bedeutet, kann sich nie­mand in vollem Umfang vorstellen. Wie kann eine antikap­i­tal­is­tis­che Lebens­form ausse­hen? Wie kön­nte ein Leben im Ein­klang mit der Natur funk­tion­ieren? Wie kön­nen wir das Patri­ar­chat über­winden? Tat­säch­lich gibt es keine Gesellschaft, die dem Ökofem­i­nis­mus als Vor­bild dienen kön­nte. Zwar gibt es Ideen für eine Entwick­lung zu einem Matri­ar­chat, jedoch sind diese Vorstel­lun­gen nicht beson­ders aus­gereift. Zu dem The­ma wird allerd­ings viel geforscht. Wie haben frühere Gesellschaften gelebt? Es existieren diverse Hypothe­sen, dass ein matrizen­trisch­er und respek­tvoller Umgang mit der Umwelt stattge­fun­den haben kön­nte. Sich­er ist man sich dabei nicht. Laut Jeanne Goutal ist die reine Vorstel­lung, dass eine solche Gesellschaft existiert haben kön­nte, schon aus­re­ichend, um Per­spek­tiv­en und Möglichkeit­en für neue Utopi­en zu eröff­nen. Die Frage, die wir uns in diesem Zusam­men­hang stellen müssen, um Raum für Neues zu schaf­fen, ist: Wem macht ein radikaler Wan­del mehr Angst als die Kli­makrise und warum?

Jorg_Farys__WWF_httpswww.flickr.comphotos161768312N0739907543983© Jorg Farys / WWF

Radikalität kann Hoffnung schaffen

Genau­so wie die Fri­days For Future Bewe­gung, kann eine radikale Idee Hoff­nung schaf­fen. Es ist unglaublich, wie eine junge Frau aus Schwe­den inner­halb eines Jahres ihren Protest zu ein­er glob­alen Bewe­gung gemacht hat. Gre­ta Thun­berg stellte sich 2018 jeden Fre­itag allein, nur mit einem Schild bewaffnet, vor das Stock­holmer Par­la­ment. Das war ihr Schul­streik für das Kli­ma. Dafür schwänzte sie jede Woche die Schule. Inzwis­chen ist Gre­ta mit ihrer Bewe­gung über­all auf der Welt aktiv und ihre Anhänger*innen und Sprecher*innen sind vor allem jung und weib­lich. Doch bedeutet das automa­tisch, dass diese jun­gen Frauen Ökofem­i­nis­mus prak­tizieren? Frau Goutal mah­nt, Vor­sicht wal­ten zu lassen. Es sei nicht unbe­d­ingt fem­i­nis­tisch, wenn Frauen die Vor­re­it­er­rollen bekä­men. Es könne genau­so gut sein, dass hin­ter­her das Gegen­teil der Fall sei. Den Frauen würde so die Ver­ant­wor­tung aufge­bürdet. Ökofem­i­nis­mus könne so instru­men­tal­isiert wer­den, um das Gegen­teil vom Fem­i­nis­mus zu erre­ichen. Die Frauen wür­den aus­genutzt, um den Dreck der anderen zu beseitigen.
Wichtig ist, die Darstel­lung der Frauen in den Medi­en kri­tisch zu hin­ter­fra­gen. Wer steckt dahin­ter und was sagt der Beitrag aus? Oft­mals wer­den Frauen ver­harm­lost dargestellt oder sie wer­den ganz klas­sisch nur auf ihr Ausse­hen reduziert. Dabei wer­den die höch­st­poli­tis­chen Hin­ter­gründe und die radikalen Forderun­gen verkan­nt und nicht ernst genom­men. Doch sowohl Fri­days For Future als auch andere fem­i­nis­tis­che und ökofem­i­nis­tis­che Bewe­gun­gen fordern radikale Änderun­gen, die unbe­d­ingt Gehör find­en müssen.

In den 70ern ent­stand die Idee des Ökofem­i­nis­mus – damals allerd­ings noch mit der Idee, dass Frauen auf­grund ihrer biol­o­gis­chen Beschaf­fen­heit eine pos­i­ti­vere Beziehung zur Natur hät­ten und mit den typ­isch weib­lichen Eigen­schaften einen besseren Umgang mit der Umwelt anstrebten. Diese Auf­fas­sung macht allerd­ings genau das, was mod­ern­er Fem­i­nis­mus nicht mehr will: Frauen in stereo­type Rol­len­muster zwän­gen. Frauen sind nicht die Putzfrauen dieses Plan­eten, son­dern starke poli­tis­che Per­sön­lichkeit­en, die gehört wer­den müssen. Frauen müssen nicht für­sor­glich­er, warmherziger, net­ter, hüb­sch­er und anspruch­slos­er sein als Män­ner. Frauen kön­nen alles sein, was Män­ner sind. Darüber hin­aus kann jede*r, unab­hängig vom biol­o­gis­chen Geschlecht, jedes Geschlecht haben, das es gibt. Diese Entschei­dung ist pri­vat und geht keinen etwas an. Die Frage nach ein­er Zukun­ft unseres Plan­eten ist dage­gen alles andere als pri­vat und geht uns alle an. Die Kli­makrise ist die ganz große Frage nach Gerechtigkeit, die größte soziale Frage, vor der die Men­schheit ste­ht, und braucht einen radikalen Bruch mit dem bish­eri­gen Sys­tem. Es gibt keine Klim­agerechtigkeit ohne Geschlechterg­erechtigkeit und somit auch keinen Ausweg aus der Krise ohne Fem­i­nis­mus und Inklu­sion aller Beteiligten.


Bildquellen:  Lind­sey LaM­ont  / Unsplash, Miguel Bruna / Unsplash, Markus Spiske / Unsplash


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