11 Serien, die Euch jetzt die Isolation erleichtern

von Mercy Ferrars


Ob Quarantäne, Selbst-Isolation oder Social Distancing: Unsere sozialen Kontakte zurückzufahren, fällt uns allen schwer. Gerade als Millennials haben wir neben dem Homeoffice jetzt viel Zeit für Selbstreflektion und für unser Lieblingshobby: das Bingewatching. Als selbstzertifizierte Serien-in-Serie-Schauerin empfehle ich euch in diesem Artikel 11 Serien, die euch die nächsten Wochen erleichtern—wenn ihr mal wieder Netflix öffnet und nicht wisst, wonach ihr suchen sollt. Wenn ihr noch mehr Tipps für unsere Leser habt und eure eigenen Lieblingsserien weiterempfehlen möchtet, dann lasst doch einen Kommentar unter diesem Artikel da. Los geht’s!

1 The Office U.S.

Office

Wenn die Welt draußen vor der Tür bedrückend und düster erscheint, kann man sich entweder mit viel Schaum in die Badewanne legen oder aber man gönnt sich eine ordentliche Portion Michael Scott (Steve Carrell). Die kurzen, 20-minütigen Episoden muntern zumindest kurzweilig auf und zeigen dabei eine zeitlose Zuverlässigkeit. Wetten möchte ich, dass sich jede*r von euch in einem der Office-Charaktere wiederfindet—in meinem Fall handelt es sich dabei ganz klar um eine Mischung aus Michael, Stanley und Pam. The Office ist schonungslos, nimmt kein Blatt vor den Mund und ist fantastische Satire aufs eigene Büroleben—für die Tage, an denen man die Kollegen dann doch mal vermisst.

2 Gossip Girl

GG

Die Kultserie aus den 2000ern eignet sich hervorragend, wenn man viel Zeit hat und die Intrigen im eigenen Leben aufgrund eines mangelnden Soziallebens schlichtweg fehlen. Stattdessen werden wir Teil der New Yorker Oberschicht, rund um Serena, Blair und Co., die als Schüler von einer anonymen Onlinequelle—Gossip Girl—auf Schritt und Tritt verfolgt werden. Kein Geheimnis bleibt lange geheim—und die heile Welt der reichen New Yorker verbirgt so manchen Skandal. Doch Gossip Girl bietet noch viel mehr: Als eine Ode an die New Yorker Upper East Side verliebt man sich nicht nur in einen weit entfernten Ort, an den man so schnell nicht mehr kommt, sondern man verliert sich auch in den überraschend tiefgreifenden Emotionen, die sich über den Lauf der Staffeln zwischen den Charakteren entwickeln. Mit Blair und Chuck liefert Gossip Girl auch bis heute eines der gleichzeitig toxischsten und emotionalsten OTPs (= One True Pair) der vergangenen zwei Jahrzehnte.

3 Black Mirror

Black Mirror

Schon längst kein Geheimtipp mehr und doch viel zu selten konsumiert: Black Mirror. Die dystopische Sci-Fi-Serie, die in jeder Episode eine abgeschlossene Geschichte erzählt, amplifiziert politisch-soziale und technologische Zustände des modernen Zeitalters und projiziert sie auf fantastische, dystopische Szenarien, die sich stellenweise ein bisschen zu nah am Möglichen anfühlen. Black Mirror schaut man nicht mal eben nebenbei—dafür kommt man nicht mehr davon los, wenn man erstmal angefangen hat. 2018 erschien der interaktive Black-Mirror-Film Bandersnatch, der das Konzept noch auf ein höheres Level hob: Als Zuschauer kann man selbst bestimmen, welche Entscheidungen der Protagonist treffen soll (oder kann man?).

4 Downton Abbey

Downton

Möchte man sich für geraume Zeit aus dem 21. Jahrhundert verabschieden, so ist Downton Abbey das Mittel der Wahl: Die doch sehr englische Serie spielt in den frühen Zwanziger Jahren in der englischen Adelsfamilie Crawley. Neben verträumten Liebesaffären junger Frauen und einer erfrischenden Maggie Smith als Lady Violet thematisiert die Serie stellenweise auch den ersten Weltkrieg, die Klassenmobilität und die Auflösung der Aristokratie. Für Geschichts-Fans ein Muss. Ein nennenswertes Plus: stark geschriebene Frauenrollen.

5 Doctor Who

DoctorWho

Die seit 57 Jahren ausgestrahlte britische Sci-Fi-Kultserie thematisiert eine wundervolle Reise durch Raum und Zeit. Im Mittelpunkt: der Doktor, ein Timelord des Planeten Gallifreys, der in einer T.A.R.D.I.S (die wie eine alte Police Box erscheint) über das Universum wacht—mit einer besonderen Vorliebe für die Menschheit. Neben gewaltigen Bildern und unvorstellbar kreativen Geschichten bietet Doctor Who vor allem eins: tiefe Emotionen. Jeder Doctor-Who-Fan hat seinen Lieblingsdoktor, meine sind in dieser Reihenfolge: 11, 12, 13 und 10. Die Serie wurde zwischen den 90er Jahren und den frühen 2000ern kurzzeitig abgesetzt und ging 2005 ins Reboot, welches mit Christopher Eccleston als neunten Doktor begann—auf dieses beziehen sich auch die meisten heutigen Doctor-Who-Fans.

6 Sämtliche Marvel- und D.-C.-Serien

Defenders

Sie lassen sich nicht über einen Kamm scheren, doch sie haben alle Suchtpotenzial: Superheldenserien. Meine Favoriten sind ganz klar die Antiheldin Jessica Jones, der blinde Vigilant Daredevil, und das Arrowverse: Arrow, Supergirl und The Flash.

7 How to Get Away With Murder

Murder

Annalise Keating ist die charismatischste, aber auch am meisten einschüchternde Strafverfolgerin der aktuellen Serienlandschaft. An der Middleton Law School sucht sie sich eine Gruppe von Student*innen aus, die sie in ihre Praxis aufnimmt und mit denen sie Fälle löst. Doch Annalise’ Leben ist alles andere als ereignislos und jede Staffel der Serie beginnt mit einem schrecklichen Mord, von dem man sich bei Weitem nicht vorstellen kann, wie er sich ereignet haben könnte. How to Get Away With Murder ist spannend, energiegeladen und rasant. Annalise vor Gericht zu erleben, hat auf mich denselben Effekt, wie einen Boxkampf zu streamen: Man zuckt unterbewusst bei jedem Schlag mit.

8 The Peaky Blinders

peaky-blinders-online

Im Birmingham der frühen Zwanziger Jahre hält eine Gang die Stadt in Atem: die Peaky fucking Blinders. Als Tommy Shelby und seine Brüder mit posttraumatischen Erfahrungen aus dem Ersten Weltkrieg in die Birmingham Slums zurückkehren, weht ein anderer Wind: Mit Pferderennen, illegalen Wetten und Schwarzmarkthandel verschaffen sie ihren Familien Ruhm und Ansehen.

Wer ein Problem mit ausschweifenden Gewalt- und Sexualdarstellungen hat, sollte sich vielleicht lieber nach einer anderen Serie umschauen. Für alle anderen halten die Peaky Blinders eine unglaublich ästhetische cinematografische Erfahrung bereit, die neben einem großartigen Drehbuch unter anderem auch eine hochkarätige Besetzung liefert—beispielsweise Cillian Murphy als Tommy Shelby.

9 Orphan Black

cover_wide-8236c47c-ff6e-40b6-a1cd-c6cf51707e83

Ihr wittert in vielen meiner Empfehlungen vermutlich ein Muster—das Muster lautet Science Fiction. Ich finde Sci-Fi ein fantastisches Tool, um sich über aktuelles Geschehen Gedanken zu machen, aber auch um sich kreativ auszutoben. Orphan Black handelt von der jungen Sarah, eine von Schicksalsschlägen geplagte Außenseiterin. Als sie beobachtet, wie eine junge Frau Selbstmord begeht, die ihr unglaublich ähnlich sieht, nimmt sie kurzerhand ihre Identität an—nur um herauszufinden, dass sie selbst ein Klon ist, von dem es noch viele weitere gibt. Sarah macht sich auf die Suche, um die restlichen Klone zu finden, denn sie sind alle in tödlicher Gefahr—und natürlich stecken große, böse Pharma-Bosse dahinter. Ein biotechnischer Thriller der Extraklasse mit einer fantastischen Performance von Tatiana Maslany, die zwischen 10 und 20 verschiedene Persönlichkeiten auf dem Bildschirm serviert.

10 YOU

05b67f6b-04ca-4581-9621-8a32e3fd0da6_w910_h600_fpx38_fpy42

Über die Verfilmung des Romans von Caroline Kepnes habe ich bereits hier berichtet. Dennoch lohnt es sich, die Serie nochmals zu erwähnen. In YOU geht es um Joe Goldberg, einen charismatischen New Yorker Buchhändler, der leider ein kleines Problem mit unkontrolliertem, obsessivem Verhalten und den Auswirkungen einer traumatischen, einsamen und von Toxizität geprägten Kindheit aufweist. Als er die Studentin Guinevere Beck kennenlernt, werden eine Reihe von Ereignissen losgetreten, die nicht blutiger enden könnten. Und doch bleibt YOU durchgehend hip, jung und erschreckend leicht.

11 Fleabag

Fleabag

In einem sind wir uns im Jahr 2020 einig: Phoebe Waller-Bridge ist eine unglaubliche Persönlichkeit. Ihre Drehbücher sind pures Gold und auch als Schauspielerin ist sie sehr zu genießen. In Fleabag vereint sie all ihre Talente: Die Serie ist nahbar, vertraut und ein Spiegel zum eigenen Leben. Fleabag, die Protagonistin der Serie, lebt mit einem unverarbeiteten Trauma des Selbstmords ihrer besten Freundin. Doch anstatt sich mit ihrem Schmerz auseinanderzusetzen, stürzt sie sich in Sex, Sarkasmus und Selbstsabotage. Eine wunderschöne Serie, völlig ohne Kitsch. Wer danach noch mehr von Phoebe sehen möchte, dem sei Crashing empfohlen.

 

Welche Serien bringen dich durch die Isolation? Schreib doch einen Kommentar unter diesen Artikel und lass deine Empfehlungen da. Wie immer: Bitte keine sexistischen, rassistischen oder homophoben Inhalte.


ÜBER-MERCY

 

 

Kommentar verfassen