6 neue Serien, die uns den April versüßen

von Mer­cy Fer­rars und Esther Bartke

Mercys Empfehlungen:

Killing Eve

Wer mich ken­nt, der weiß, dass ich alles von Phoebe Waller-Bridge ver­schlinge, was mir in die Hände fällt. Da ich beken­nen­der Fan von Crash­ing und Fleabag bin, war es höch­ste Zeit, mich endlich auch an Killing Eve zu pro­bieren. Neben Waller-Bridge als Showrun­ner­in war Grey’s Anato­my Star San­dra Oh ein weit­er­er Grund für meine Neugier—konkreter war es das Ver­sprechen der Ver­mäh­lung von Waller-Bridges leicht­füßigem Humor, der Kom­plex­ität ihrer Dra­maturgie und Ohs schaus­pielerisch­er Exzel­lenz, die sich vor allen Din­gen in den dun­kleren Facetten der men­schlichen Emo­tion­spalette aus­drückt. Killing Eve lässt sich nicht ansatzweise mit Fleabag oder Crash­ing ver­gle­ichen. Es ist erwach­sen, dunkel und inten­siv, durchze­ich­net von ein­er sub­tilen Homo­erotik zwis­chen Eve Polas­tri (San­dra Oh), ein­er amerikanis­chen Geheim­a­gentin, und Vil­lanelle (Jodie Com­er), ein­er rus­sis­chen Auf­tragsmörderin. Über die beste­hen­den zwei Staffeln erfind­en sich bei­de Frauen wieder und wieder völ­lig neu und so ver­fol­gen wir fasziniert das Katz-und-Maus-Spiel zwis­chen der kreativ­en Mörderin und der entschlosse­nen Agentin. 

Start­da­tum: Die dritte Staffel startet am 12. April auf BBC Amer­i­ca. Auch auf Ama­zon Prime und Hulu ist die Serie verfügbar.

Black Light­ning

Black Light­ning besitzt einen Charme und eine Glaub­würdigkeit, die vie­len anderen Super­heldense­rien fehlt. Natür­lich geht es auch hier um Superheld*innen mit über­natür­lichen Fähigkeit­en, die irgend­wie unan­tast­bar sind, ein biss­chen zu enge Super­helde­nanzüge tra­gen und die eigene Iden­tität schein­bar mit nichts als ein­er her­zlich knapp aus­fal­l­en­den Maske völ­lig ver­schleiern kön­nen. Doch Black Light­nings Jef­fer­son Pierce (Cress Williams) ist ein ein­nehmender, fes­sel­nder Charak­ter, dessen Darstel­lung des elek­trisieren­den Super­helden Free­lands erfrischend authen­tisch und boden­ständig ist. Wo Super­girl oder The Flash häu­fig gegen schlecht kostümierte Bösewichte in bil­lig geplot­teten Sto­r­yarchs ver­schwinden, hört Jef­fer­son Pierce wun­der­bar souli­gen Jazz und sieht es als seine Auf­gabe, nicht nur Free­land vor Bösewicht­en zu beschützen, son­dern auch seine Schüler davor, auf die schiefe Bahn zu ger­at­en. Black Light­ning beschäftigt sich über das klas­sis­che Super- und Anti­helden-Kon­strukt hin­aus mit Schwarz­er Geschichte und dem fortwähren­den Kampf gegen den Ras­sis­mus, beson­ders durch Polizeiap­pa­rat und Regierung. Dieser Aspekt kommt beson­ders in der drit­ten Staffel her­vor, in welch­er Pierce mit sein­er Fam­i­lie und ein­er Wider­stands­gruppe sowohl gegen eine kor­rupte Regierung­sein­rich­tung als auch gegen Feinde aus Markovia vorge­hen muss. In dieser Staffel bezeu­gen wir nicht nur über­greifende Charak­ter­en­twick­lun­gen, starke weib­liche Haupt­fig­uren, merk­würdi­ge Allianzen zwis­chen zuvor ver­fein­de­ten Parteien und den Kampf um die Befreiung der Metahu­mans aus der Gefan­gen­schaft der ASA, son­dern auch einen wertvollen Lehrmo­ment der Black His­to­ry. Das Mid­sea­son-Finale ist Teil des jährlichen Arrow­verse Crossovers („Cri­sis on Infi­nite Earths“), in welchem Black Light­ning zum ersten Mal einem weit­eren Pub­likum vorgestellt wird—neben seinen Kolleg*innen Arrow, The Flash, Super­girl, Leg­ends of Tomor­row und Bat­woman.

Start­da­tum: Die dritte Staffel der D.C.-Superheldenserie wurde Mitte März auf Net­flix ausgestrahlt.

Dare Me

Dare Me ist empfehlenswert für alle, die sowohl YOU als auch Riverdale lieben und Lust auf Intri­gen und starke weib­liche Fig­uren haben. Es geht um ein Cheer­lead­ing Squad, welch­es eine neue Trainer­in bekommt. Doch die Neue hat Geheimnisse, von denen natür­lich die Falschen erfahren. Dare Me bietet einen Rausch aus starken weib­lichen Haupt­fig­uren, High School Dra­ma, der harten Real­ität des Cheer­lead­ing Sports, plaka­tivem Blutvergießen und einem fes­sel­nden homo­ero­tis­chen Sub­text. Beson­ders über­rascht war ich vom gar nicht mal so sub­tilen Fem­i­nis­mus, der in den Fig­uren und ihren Hand­lun­gen klaren Aus­druck bekommt. Zugegeben­er­maßen ist die fem­i­nis­tis­che Aus­rich­tung der Hauptcharak­tere nicht in jen­er Szene voll aus­gereift; den­noch ist es ein erfrischen­des Sto­ry­telling im Ver­gle­ich zu anderen, oft anstren­gend het­ero­nor­ma­tiv aus­geprägten Teenagerse­rien. Und auch das Cheer­lead­ing wird angenehm unpoliert portraitiert—vom harten Train­ingsall­t­ag bis hin zu ern­sthaften Ver­let­zun­gen präsen­tiert Dare Me seine Cheer­leader als hart arbei­t­ende Leis­tungss­port­lerin­nen. Ein weit­eres Plus: Eine hochw­er­tige Post­pro­duk­tion, die in langsamen, dun­klen Bildern poet­isch und inten­siv von einem unver­mei­d­baren Mord erzählt.

Start­da­tum: Die erste Staffel wurde Ende März auf Net­flix ausgestrahlt.

Esthers Empfehlungen:

Feel Good

Mae Mar­tin hat mit ihrer Net­flix Serie Feel Good die Gebete der queeren Com­mu­ni­ty erhört und der Zuschauer­schaft eine wahre Achter­bah­n­fahrt (queer­er) Gefüh­le geschenkt. Die Serie behan­delt alles rund ums Erwach­sen­wer­den, von prob­lema­tis­chen famil­iären Beziehun­gen bis hin zur (Drogen)Abhängigkeit und natür­lich, nicht zulet­zt, der Liebe. Die Protagonist*innen George (Char­lotte Ritchie) und Mae (Mae Mar­tin) begeg­nen sich in Folge eins, die Chemie zwis­chen den Bei­den ist sofort unbe­stre­it­bar präsent und ihre tur­bu­lente Fahrt beginnt.

Stand-up Come­di­an Mae—porträtiert von Mar­tin, die auch im echt­en Leben diesen Beruf ausübt—erzählt auf der Bühne von ihrer Leben­sre­al­ität als queere Per­son, von ver­flosse­nen Beziehun­gen und ihrem Umgang mit ihrer (über­wun­de­nen) Dro­gen­ab­hängigkeit. In einem Inter­view mit NME erk­lärt Mar­tin, je per­sön­lich­er das Drehbuch, desto uni­verseller sei das Erzählte. Sie scheint Recht zu behal­ten, der Hash­tag relat­able erre­icht mit dieser Serie eine neue Ebene an Bedeu­tung. Auch George repräsen­tiert eine wichtige Rolle inner­halb der queeren Com­mu­ni­ty. In ihrer Beziehung zu Mae ent­deckt sie das erste Mal ihre Homo­sex­u­al­ität und hat ganz offen­sichtlich Hem­mungen sich ihrer über­wiegend het­ero­nor­ma­tiv geprägten Freund*innengruppe anzu­ver­trauen, geschweige denn ihnen Mae vorzustellen. Feel Good ist witzig, emo­tion­al und ehrlich. Die Charak­tere sind unbe­holfen und men­schlich, was sie (meist) sym­pa­thisch und echt macht. Nicht zulet­zt prof­i­tiert die Serie von Lisa Kudrow in der Rolle von Maes Mut­ter und den liebenswerten Neben­charak­teren, die den schw­eren Szenen das richtige Maß an Leichtigkeit ver­lei­hen. Auch die Kam­era und Belich­tung überzeu­gen mit ein­er mod­er­nen und angenehm ver­traut­en Atmo­sphäre. Eine Art Licht­fes­ti­val der Gefüh­le erwartet euch.

Start­da­tum: Die erste Staffel wurde Ende März auf Net­flix ausgestrahlt.

Elite

Auch die dritte Staffel der spanis­chen Com­ing-of-Age-Serie Elite erzählt von einem Mord und bleibt somit ihrem Mur­der-Mys­tery-Aspekt treu. Die Serie wirkt wie eine düstere Ver­sion von High School Musi­cal mit Spring Break Vibes und ein­er Ästhetik à la Riverdale und Haus des Geldes. Ein absolutes guilty plea­sure, für welch­es man sich jedoch nicht schä­men braucht. Die Hand­lung wird wie in den vorheri­gen Staffeln rück­läu­fig erzählt. Mit jed­er Folge set­zt sich das bis dato ungelöste Puz­zle Stück für Stück zusam­men. Elite behan­delt The­men wie gesellschaftliche Ungle­ich­heit, Sex­u­al­ität und Macht. Während die lux­u­riösen Villen und Klam­ot­ten der Reichen ein­fach schön zum Anschauen sind, sorgt die Kom­plex­ität der Charak­tere und ihre ver­wobe­nen Beziehun­gen untere­inan­der für ordentlich Span­nung. Ein weit­er­er Plus­punkt, und wahrschein­lich großer Unter­schied zu herkömm­lichen Com­ing-of-Age-Serien, sind die Charak­ter­en­twick­lun­gen der Protagonist*innen. Wer sich berieseln lassen will, aber trotz­dem etwas Ner­venkitzel braucht, ist hier genau richtig.

Start­da­tum: Die dritte Staffel wurde Mitte März auf Net­flix aus­ges­trahlt.

Nailed It!

Eine wirk­lich leichte und dazu extrem unter­halt­same Kost ist die Net­flix Back­show Nailed it! In dieser Show ver­suchen sich wahnsin­nig untal­en­tierte Hobby-Bäcker*innen an unter­schiedlich­sten Kuchen, Plätzchen und Cake-Pops. Mod­er­a­torin Nicole Byer schafft es die Kandidat*innen immer wieder ins Schwitzen und die Zuschauer*innen zum Lachen zu brin­gen. Ihr zur Seite ste­hen Jacques Tor­res, aus­ge­bilde­ter Kon­di­tor und Choco­lati­er, sowie ein stetig wech­sel­nder promi­nen­ter Gast. Nach jed­er Back­runde wird pro­biert, was verzehrbar wirkt, und nach Geschmack bew­ertet. Ob die Show als Back­in­spi­ra­tion, Aufw­er­tung des Egos (bezüglich der eige­nen Back­kün­ste) oder ein­fach zur Unter­hal­tung dient, bleibt dem Pub­likum über­lassen. Wenn möglich sollte die Show unbe­d­ingt im Orig­inal­ton (Englisch) geschaut wer­den. I promise you, it’s hilarious!

Start­da­tum: Die vierte Staffel wurde Anfang April auf Net­flix aus­ges­trahlt.


Ferrars & Fields Magazine 

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