Diese Bioutopie kennt keine Krankheiten mehr

Kia Kawahas dystopischer Science-Fiction Roman "Endstation – die Passepartout-Files" (erschienen 2021 bei Polarise) spielt gegen Ende des 22. Jahrhunderts. In ihrer Bioutopie werden die Menschen im Schnitt 140 Jahre alt, Krankheiten ausgerottet, und die Gesellschaft erreicht einen utopischen Gesundheitszustand. Doch immer wieder fallen Menschen aus unerklärlichen Gründen ins Koma – ob jung oder alt, reich oder arm.

Kleine Hunde mit großen Ansprüchen

Früher hab ich mehr geschrieben. Okay, das war gelogen. Aber der Dozent meines Literaturtheorieseminars hat gesagt, das wäre ein guter Anfang für einen Roman. Ich klaue es aber eigentlich nicht von ihm, sondern von einem meiner Mitstudierenden, die solche Sätze ganz nebenbei raushauen. Sie sagen auch Sachen wie: „Für Literaturwissenschaften interessiere ich mich, seitdem mich in der Schule die Faustlektüre so gefesselt hat.“ Was soll man dazu sagen, wie soll man da mithalten?

Rezension: „Ein wirklich erstaunliches Ding“ von Hank Green

Auf dem Heimweg von der Arbeit fällt April May eine besondere Statue auf. Ein virales Video später wird aus der unterbezahlten Grafikdesignerin ein gefragter Internetstar. In "Ein wirklich erstaunliches Ding" reflektiert Hank Green, was soziale Medien mit uns und unserem Leben anstellen.

Judith Butlers Appell an manische Liebe in „The Force of Nonviolence”

Anfang dieses Jahres veröffentlichte die amerikanische Philosophin und Sozialtheoretikerin Judith Butler ihr neues Buch "The Force of Nonviolence: An Ethico-Political Bind". Dabei greift Butler auf ihre frühere Arbeit über Psychoanalyse und ihre Vorträge über Trauerfähigkeit zurück und entwickelt ein starkes idealistisches Argument für eine gewaltfreie Weltstruktur.

Architektur und Ideologie (3): Die Psychopathologie des Hochhauses

In J.G. Ballard’s 1975 erschienenem Roman High-Rise verfällt eine Mikrogesellschaft in einem gigantischen Wohnturm langsam, aber sicher einem animalischen Anarchismus. Dabei sind die psychopathologischen Effekte der Mieter*innen eng mit der Bauweise und dem Eigenleben des Hochhauses verschlungen.

Architektur und Ideologie (2): Planstädte, Berliner Mietskasernen und verlassene Orte

Heutzutage fegt die Gentrifizierung durch Berlin und macht zwar Häuser und Bezirke gleich, aber nicht die gespaltene Gesellschaft. Statt Abschaffung der Klassengesellschaft die Verdrängung der Armut: Früher in der Mietskaserne, heute im Plattenbau.

Eine queere Lesart vom ‚Großen Gatsby‘

Der Große Gatsby von F. Scott Fitzgerald ist sicherlich keine Neuentdeckung in der weiten Welt der literarischen Wunderwerke. Jedoch wirkt die Geschichte meist auf eine sehr oberflächliche Art und Weise, da viele Interpretationen sich an der Liebesgeschichte Gatsby‘s und der Sehnsucht nach Geld aufhängen. Der Glanz der Dinge, die unerfüllten Wünsche nach Liebe… man wird geradezu geblendet von der pompösen Lebensweise der goldenen Zwanziger. Aber auch unter der vergoldeten Oberfläche ist so einiges zu entdecken, wenn man weiß, wo und wie man danach sucht.